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Wandertag Klasse 5b

Aktion Tagwerk erbrachte 1150,- Euro. Vielen Dank für euren Einsatz!                     (mehr dazu unter “Schuljahr 2009/ 2010)

22.06.2006

Tagesfahrt nach Köln:

Am vorletzten Schultag, also am Donnerstag dem 22. Juni 2006, trafen wir uns morgens um 8.50 Uhr beim Marsberger Bahnhof, um von dort aus mit dem Zug nach Köln zu fahren. Als der Zug aus Warburg eintraf, stiegen wir ein und fanden sofort auch ein schönes Abteil, in dem wir es uns gemütlich machen konnten. Während der Fahrt unterhielten wir uns, hörten Musik oder spielten Karten.

Die erste Fahrtstrecke ging über Meschede und Arnsberg bis nach Hagen und dauerte knapp 2 Stunden. Während dieser Zeit sammelte Herr Sieren die Fahrtkosten von 9,- € ein. Wir mussten deshalb so wenig selbst bezahlen, weil ein großer Teil der Kosten durch die 100 € abgedeckt waren, die wir als Sieger beim Sportfest der Hauptschule gewonnen hatten. Herr Sieren gab uns auch seine Handy-Nummer und schrieb sich selbst die Nummern derjenigen Schüler auf, die ihr Handy bei sich hatten. Das war deshalb sinnvoll, dass man sich notfalls anrufen könnte, wenn man beim Stadtbummel, der für den Nachmittag geplant war, die Orientierung verlieren sollte.

Aber noch war es nicht so weit. Um 10.50 Uhr waren wir erst einmal in Hagen. Dort hatten wir mehr als eine halbe Stunde Zeit bis zur geplanten Weiterfahrt nach Köln. Herr Sieren zeigte uns die genaue Stelle, an der wir uns um 11.35 Uhr treffen mussten, damit wir alle den richtigen Zug rechtzeitigen besteigen könnten. Dann erlaubte er uns einen Bummel durch das Bahnhofsgebäude, welches – verglichen mit unserem Marsberger Bahnhof – sehr, sehr groß ist.

Als wir uns alle pünktlich an der verabredeten Stelle getroffen hatten, hörten wir eine Lautsprecherdurchsage und erfuhren so, dass unser Zug nach Köln eine kleine Verspätung hätte. Als er dann aber endlich kam, waren alle begeistert, weil es ein Zug mit Doppelstockwagen war; und natürlich gingen alle nach oben und suchten sich einen Platz. Das war aber nicht ganz einfach, weil der Zug schon ziemlich voll war, als er in Hagen ankam.

Wer während der Fahrt aufmerksam aus dem Fenster schaute, konnte bei der Durchfahrt durch Wuppertal die berühmte Schwebebahn sehen, eine sozusagen „hängende“ Straßenbahn und als solche einzigartig in der ganzen Welt.

Nach knapp einstündiger Fahrt überquerten wir schließlich den Rhein auf der bekannten Hohenzollernbrücke und waren wenige Minuten später – um 12.40 Uhr – im riesigen Hauptbahnhof der Stadt Köln. Nachdem wir das Bahnhofsgebäude verlassen hatten, sahen wir schräg vor uns den gewaltigen Kölner Dom. Doch ehe wir dorthin gingen, zeigte Herr Sieren uns erst die Stelle, bei der wir uns vor der Rückreise um 17.15 Uhr treffen sollten. Es war eine große, einzeln stehende Platane – unverwechselbar!

Auf der großen Domplatte – so nennen die Kölner den Platz vor der Kathedrale – war  eine große Menschenmenge, unter ihnen sehr, sehr viele ausländische Touristen, die sich wegen der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland befanden und sicher nicht versäumen wollten, das berühmteste deutsche Bauwerk – berühmter noch als das Brandenburger Tor – einmal aus nächster Nähe zu sehen. Wir waren besonders beeindruckt von mehreren Künstlern, die sich verkleidet und mit Farbe so besprüht hatten, dass sie aussahen wie leblose, steinerne Figuren. Sie standen auf kleinen Sockeln und bewegten sich minutenlang keinen einzigen Millimeter, bis sie – manchmal zur Überraschung der Passanten – eine Verbeugung machten und unter dem Beifall der Zuschauer die rechte Hand ausstreckten um die Münzen einzusammeln, die man ihnen aus Anerkennung für die beeindruckende Körperkontrolle entgegenstreckte.

Wir blieben hier aber nicht lange stehen, weil wir im Römisch-Germanischen Museum erwartet wurden, einem großen Gebäudekomplex in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dom. Dort mussten wir zunächst unsere Rucksäcke abgeben. Sodann wurde uns Frau Marx vorgestellt, die von Beruf Archäologin ist und zur Abwechslung auch Klassen durch das Museum führt und ihnen dabei all die beeindruckenden Dinge zeigt und erklärt, die sie und vor allem ihre Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen Jahrzehnten im Erdreich der Stadt Köln gefunden und ausgegraben haben.

Mit Frau Marx hatten wir eine Museumsführerin erwischt, wie wir sie uns gar nicht besser wünschen konnten. Mit einfachen, leicht zu verstehenden Worten machte sie vor unseren Augen und Ohren die Zeit wieder lebendig, in der die Römer bis an den Rhein vorgedrungen waren und ein Militärlager gründeten, aus dem im ersten Jahrhundert n.Chr. die blühende Stadt„Colonia Agrippina“ hervorging, die heute „Köln“ heißt. Wir erfuhren, wie die Römer wohnten, aßen und tranken, ihre Götter verehrten, handwerkliche Erzeugnisse produzierten, Handel trieben und reisten. Die Zeit verging wie im Fluge und so war es bereits 14.30 Uhr, als wir das Museum verließen und zum Dom zurückkehrten.

Dort angekommen kaufte Herr Sieren die Eintrittskarten für die Turmbesteigung  - und  los ging´s! Zuerst schritten wir zügig nach oben, immer im Kreis herum. Allmählich aber merkten wir, dass der Aufstieg anstrengender war, als wir geglaubt hatten. Es war auch nicht so einfach, immer denjenigen Leuten auszuweichen, die von oben herabkamen und wieder zum Ausgang zurück wollten. Auf etwa halber Höhe konnte man durch eine seitliche Tür zu den Glocken gelangen, die Gott sei Dank bewegungslos da hingen; denn ob wir den Klang dieser Riesen ausgehalten hätten, ist wirklich fraglich. Als wir endlich am höchsten Punkt des Turmes angekommen waren, hatten wir einen netten Ausblick auf die Stadt Köln, der natürlich viel schöner hätte sein können, wenn das Wetter nicht so trübe gewesen wäre.

Als wir alle wieder unten angekommen waren, erklärte uns Herr Sieren, wie die beiden bekanntesten Innenstadt-Straßen heißen, nämlich Hohe Straße und Schildergasse, wie wir sie finden könnten und was wir beachten müssten, damit wir uns nicht verliefen. Nachdem er noch einmal an den Treffpunkt erinnert hatte, ließ er uns in kleinen Gruppen durch die City gehen. Hier machte jede Gruppe ihre eigenen Entdeckungen, man trank auch einmal eine Cola, aß ein Eis, streifte durch das eine oder andere riesige Kaufhaus, schaute natürlich immer wieder einmal auf die Uhr und war dann sicherheitshalber ziemlich früh am verabredeten Ort vor dem Hauptbahnhof. Dort setzten wir uns in der Nähe „unserer“ Platane auf die Stühle eines Straßencafés und warteten auf Herrn Sieren, der als letzter eintraf, jedoch immer noch längst früh genug.

Weil noch etwas Zeit war, zeigte Herr Sieren uns im Bahnhof die Rolltreppe, mit der wir auf den Bahnsteig gelangen konnten, auf dem unser Zug halten sollte. Darauf konnten wir noch etwas durch den Bahnhof bummeln. Als der Zug dann eintraf, bemerkte Herr Sieren, dass eine Schülerin fehlte. Es stellte sich heraus, dass sie ihrerseits geglaubt hatte, eine Klassenkameradin suchen zu müssen, die aber inzwischen längst am Bahnsteig angekommen war. Herrn Sieren gelang es, den Zugführer zu überreden, noch eine einzige Minute zu warten, sauste hinab in die Bahnhofshalle und sah Gott sei Dank auch sofort die Schülerin. Diese begriff sogleich, worum es ging, und sauste zusammen mit Herrn Sieren hinauf zum wartenden Zug. Als sich Herr Sieren beim Zugführer bedankte, sagte dieser: „Ich hätte den Zug keine 10 Sekunden länger aufhalten dürfen, sonst wäre der ganze Fahrplan durcheinander gekommen!“

Als wir wieder Hagen erreicht hatten, gab es nochmals eine recht lange Umsteige-Pause, die wir dazu nutzten, im Bahnhof umherzugehen oder auch das nächstgelegene Gelände außerhalb des Bahnhofs zu erkunden. Die meisten von uns gingen zu Mc Donalds, um eine Art „Abendessen“ einzunehmen. Herr Sieren ging zu einem Stand, wo er eine Thüringer Bratwurst mit Senf aß – typisch!

Auch der letzte Teil unserer Reise verlief unspektakulär. Einigen wurde die Fahrt nun doch ziemlich lang, andere aber hatten bis zum Schluss viel Spaß miteinander, indem sie im Ein- und ausstiegsbereich lustige Spielchen machten, bei denen es gelegentlich so laut zuging, dass Herr Sieren sich erkundigen musste, ob eventuell jemand dabei sei durchzudrehen.

Endlich hielt der Zug in Marsberg. Damit ging ein Tag zu Ende, an dem wir viel erlebt hatten und der uns deshalb sicher in guter Erinnerung bleiben wird. Auf dem Heimweg dachte der eine oder andere sicher auch schon an das Versetzungszeugnis, von dem uns jetzt nur noch wenige Stunden trennten.